Erste echte Langstrecke mit dem Nissan Leaf

Letzte Woche war ich das erste Mal auf einer echten Langstrecke mit dem Leaf unterwegs.

Echte Langstrecke bedeutet für mich, das ich unterwegs mehr als 1 x laden muß.

Es war eine dienstliche Fahrt mit folgendem Wegen:

 

1110 Wien – Schrems (liegt im tiefsten Waldviertel): lt. Google 141 km

Schrems – München (Willy-Brand-Platz): lt. Google: 337 km

In Summe also 478 km an einem Tag.

Der Rückweg ist entspannter, hier gehts von München nach Salzburg und am nächsten Tag nach Wien

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Weggefahren bin ich mit 100% Ladung, ohne Klima/Heizung, weils schön warm war.

Eco-Mode und Fahrmodus B natürlich, Autobahn mit 110 km/h

In Schrems bin ich nach 141 km angekommen (Danke Google) mit 17,3 kwh Verbrauch auf 100 km und einer Restladung von 25 %

 

Der Kunde hat zum Glück eine Ladestation, daher bin ich 2,5 Stunden später mit 61 % Reichweite weiter gefahren.

 

Erster Ladestop war dann Linz – nach 100 km und einem Verbrauch von 15 kwh und einer Restladung von 15 %

Fahrstrecke fast ausschließlich Bundesstrasse mit viel LKW Verkehr

Geladen bei einer Chademo Station von Smatrics

Ladeleistung 30kwh, Ladedauer 37 Minuten, geladene Menge: 23,52 kwh.

Batterie war zu 78 % geladen, Ladestrom hat sich minütlich verringert

 

Zweiter Ladestop (quasi) Passau – nach 102,7 km und einem Verbrauch von 18,9 kwh und einer Restladung von 16 %

Fahrtstrecke fast ausschließlich Autobahn mit 110 km/h

Geladen wieder ChaDemo bei Smatrics

Ladeleistung diesmal nur 18kwh (!), Ladedauer 46 Minuten, geladene Menge 14,46 kwh

Batterieladung diesmal nur 59 %

 

Dritter Ladestop irgendwo in Deutschland – nach 78 km und einem Verbrauch von 16,3 kwh und einer Restladung von 16 %

Fahrtstrecke Autobahn, allerdings viel Regen und Baustellen

Geladen ChaDemo bei irgendeiner Säule, die aber ENBW genommen hat

Ladeleistung wieder nur 18kwh, Ladedauer 50 Minuten, geladene Menge habe ich nicht protokolliert (müssen aber auch so 15 kwh gewesen sein)

Batterieladung danach 60 %

 

Ankunft München nach 76 km und einem Verbrauch von 17,6 kwh und einer Restladung von 16 %

Fahrtstrecke Autobahn

 

Im Hotel gabs zum Glück eine Ladestation, die mit ENBW kompatibel war, dh ich habe das Auto ohne schlechtes Gewissen über Nacht laden lassen.

 

Fazit Langstrecke

Fahrt Schrems-München hat mich 2:13 an Ladepausen gekostet – bei einer Gesamt-Fahrtzeit von 7:23

dh Nettofahrzeit 5:10 (Google meint 3:53, was auf Grund von Wetter, Verkehr und Baustellen eher unrealistisch ist)

Wahrscheinlich hätte ich mit dem Auto 30 Minuten Pause gemacht und ev. 1 x 15 Minuten getankt

Dh “Verlust” durch das E-Auto: 1,5 Stunden

 

Die Rückfahrt war, wie erwähnt, kein Problem.

München – Salzburg war locker ohne zusätzliche Ladung zu schaffen.

Salzburg – Wien hat einen Ladevorgang benötigt – hier bin ich mit ca. 12 % Restladung in Ybbs gelandet und habe gemütliche 40 Minuten Pause gemacht.

 

Gesamtfazit

Zuerst das Positive:

Es gibt mehr als ausreichend Ladesäulen. Ich nutze die App “NextPlug” und fange bei ca. 80 km Restladung an, die nächste Ladung zu planen.

In Österreich geht das während der Fahrt (dank Spurhalteassistent und adaptiven Tempomat), in Deutschland bin ich bei einem Parkplatz stehen geblieben, weil ich die “Kompatibilität” mit meinen Ladekarten prüfen mußte. (Kleiner Tipp: Am besten mit der App deines Anbieters suchen. Bei der letzten Ladesäule hat der Betreiber nichts auf seiner Homepage vermerkt, das ENBW ein Partner ist. In der ENBW App war die Säule aber als verfügbar angegeben und ich konnte auch problemlos laden)

 

Ich würde mir allerdings den Leaf nicht mehr kaufen und habe für mich folgende Mindestanforderungen für ein E-Auto aufgestellt:

  • AKTIVE Batteriekühlung
    Die Minimierung der Ladeleistung um fast die Hälfte ab dem zweiten Ladevorgang ist mühsam….
    eine aktive Batteriekühlung würde ein aufheizen des Akkus wirkungsvoll verringern
  • 3phasiges Laden
    Hat jetzt mit der Langstrecke weniger zu tun, ist aber im Alltag als “Fremdlader” mühsam, weil es die Ladedauer an Typ 2 Ladesäulen unnötig verlängert.
    Ausserdem zahlt man abseits von Enbw nach der Ladezeit, dh das einphasige Laden ist teurer, weil in der selben Zeit weniger Strom fließt
  • CCS statt Chademo
    ist heute aus meiner Sicht überhaupt kein Problem – ich habe noch nie eine reine CCS Säule gefunden, ohne das zumindest 1 ChaDemo Stecker dort ist
    Es zeigt sich aber, das die Zukunft in A in Richtung CCS geht

2 Replies to “Erste echte Langstrecke mit dem Nissan Leaf”

  1. Das bescheidene Batteriemanagement ist das große Manko beim Leaf. Das habe ich bei meinem Langstreckentest auch leidvoll erfahren.
    Ich bekomme im Juli den Kia Niro, der zieht ziemlich konstant 70KW bei CCS Ladung und das bei jedem Ladevorgang. Das einphasige Ladeproblem hat er allerdings auch.

  2. Interessanter Bericht, Christian, danke.
    Noch interessant wäre, ob der Leaf das Software Update bez. Ladeleistung schon hat.

    Andreas

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